Logopädie - Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
Nele (7) hat Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben.

Aktiv gegen die Lese-Rechtschreib-Schwäche

Die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) ist eine entwicklungs- bzw. anlagebedingte Lernschwäche, die wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Sie zeigt sich darin, dass das Erlernen von bzw. der Umgang mit Lesen und Schreiben Schwierigkeiten bereitet.

Wie entsteht LRS?

Lesen Sie hier mehr über die Ursachen für LRS.

Wie entsteht LRS?

Bei der Entstehung bedingen sich unterschiedliche Faktoren gegenseitig. Mögliche Ursachen für LRS können sein:

  • Genetische Disposition
  • Andersartigkeit von Gehirnaufbau und Gehirnfunktion
  • Sprachentwicklungsstörungen
  • Einschränkungen in der auditiven, visuellen und taktil-kinästhetischen Wahrnehmung
  • Defizite/Schwächen hinsichtlich der Vorläufertätigkeiten für das Lesen und Schreiben (Phonologische Bewusstheit)

Alle diese Ursachen müssen nicht unbedingt auf jedes Kind mit einer Lese-Rechtschreibschwäche zutreffen. Auch organische Faktoren wie Sehstörungen, Hörstörungen, neurologische Erkrankungen oder körperliche Behinderungen können sich auf die LRS auswirken. Das Gleiche gilt für äußere Faktoren wie schulische Methoden und Erziehung.

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Wie erkenne ich LRS bei meinem Kind?

Erfahren Sie hier mehr über die Symptome.

Wie erkenne ich LRS bei meinem Kind?

Als kleiner Leitfaden für häufig vorkommende Symptome für eine Lese-Rechtschreibschwäche gibt diese Liste eine erste Orientierung:

  • Allgemein ein verlangsamter und schwieriger Erwerb des Lesens und Schreibens sowie Schwierigkeiten beim Erlernen einzelner Buchstaben
  • Typische Symptome Lesen:
    • Langsames, stockendes Lesen
    • Schwierigkeiten beim Zusammenziehen der Buchstaben (Buchstabieren)
    • Ähnliche Buchstaben, z. B. von m/n oder b/d, werden vertauscht.
    • Häufig vorkommende Silben und Wörter müssen stets neu erlesen werden.
    • Wörter werden erraten, nicht erlesen.
    • Der Sinn des Gelesenen kann nicht wiedergegeben werden.
  • Typische Symptome Schreiben:
    • Auslassen/Hinzufügen/Ersetzen oder Verdrehen von Buchstaben oder der Buchstabenreihenfolge
    • Skelettschreibungen, d.h. Vokale werden kaum verschriftlicht.
    • Falsches Verschriftlichen von Buchstaben (Raum-Lage)
    • Bekannte Wörter werden immer wieder auf unterschiedliche Weise verschriftlicht.
    • Schwierigkeiten beim Erlernen/Verinnerlichen/Anwenden von orthografischen Regeln wie z.B. Groß-Kleinschreibungen, Dopplungen usw.

Neben diesen Symptomen zeigen sich häufig folgende Begleiterscheinungen: Schulangst, Angst vor neuen Misserfolgen, immer wiederkehrende Konflikte bei den Hausaufgaben, keine Freude am Lesen und Schreiben, Vermeidung des häuslichen Übens, Angst vor dem Vorlesen, geringes Selbstbewusstsein und/oder Selbstwertgefühl. Diese sekundären Symptome bei einer Lese-Rechtschreibschwäche sollten ernst genommen werden.

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Je nach Ausprägung der LRS sind ein bis zwei Therapiestunden in der Woche zu empfehlen. Hierbei werden gemeinsam Methoden, Strategien und Tricks erarbeitet, die das Lesen und Schreiben vereinfachen. Hausaufgaben dienen dazu, Lerninhalte zu verinnerlichen. Die Dauer der Therapie richtet sich nach den individuellen Schwierigkeiten und Symptomen des Patienten.

Die aktive Mitarbeit des Kindes/Jugendlichen ist unabdingbare Voraussetzung für den Therapieerfolg, ebenso die Unterstützung und Ermutigung durch das Elternhaus. Schon kleine Fortschritte sind eine tolle Leistung. – Sie dürfen deswegen auch gelobt werden!

In der Praxis für Logopädie Ute Cramer in Bad Sassendorf und Herzfeld behandelt Frau Julia Wiesbrock Menschen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche.