Logopädie - Mutismus
Jonas (5) spricht nur mit seiner Familie und seinen Freunden. Sonst schweigt er.

Mutismus bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Mutismus tritt in selektiver und totaler Form auf. Für diese Störung in der Kommunikation gibt es nicht eine Ursache, sondern ein multifaktorelles Ursachenbündel aus entwicklungshemmenden Lernprozessen, psychischen Faktoren, physiologischen Gegebenheiten oder Entwicklungsstörungen.

Wie wirkt sich Mutismus aus?

Die Patienten schweigen in spezifischen sozialen Situationen oder gegenüber bestimmten Personenkreisen, während sie zu Hause häufig ganz normal sprechen. Oft ist dies Verhalten von weiteren, auch körperlichen Symptomen begleitet, wie Erstarren, Abbruch von Blickkontakt oder Ablehnung von Begrüßungsritualen. Den Betroffenen fehlt die Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Die mangelnde Fähigkeit zur Kommunikation lässt Gesprächspartner oft rat- und hilflos erscheinen.

Je länger das Schweigen andauert, umso weniger Erfahrungen sammeln die Betroffenen im Kontakt mit anderen Menschen um effektivere Verhaltensweisen zu erwerben. Man kann zusammenfassend von einer komplexen angstbesetzten Störung in der Kommunikation sprechen.

Behandlung und Ziel

Zu Beginn wird in der Therapiesituation ein sicherer Raum geschaffen, in dem das Schweigen seinen Platz hat. Aus diesem Vertrauen heraus lernen die Patienten die eigenen Ängste einzuschätzen und somit die eigenen Grenzen zu überwinden oder neue Grenzen adäquat zu setzen.

Behandlung bei jüngeren und älteren Kindern

Bei jüngeren Kindern verläuft die Therapie eher indirekt. Über Rollenspiele oder den Umgang mit Handpuppen lernen die Kinder Kontakte aufzunehmen, das Sprechen wird „gelockt".

Bei älteren Kindern und Jugendlichen wird im sicheren Rahmen zunächst jede Form von Kommunikation akzeptiert, worauf sich schrittweise neue Formen bis hin zum Sprechen aushandeln und ausprobieren lassen. Hier ist die Wahrnehmung der Selbstwirksamkeit wichtig, um eine stabile Basis für Veränderungen zu schaffen. Diese Erfahrungen werden in kleinen Schritten geübt und durch In-Vivo-Übungen in reale Alltagssituationen übertragen. Gerade hier ist die Unterstützung von Eltern und Angehörigen nötig, die häufig neue Verhaltensweisen erlernen müssen.

Auch die Beratung in den verschiedenen sozialen Beziehungen wie Kindergarten oder Schule ist ein wichtiger Baustein der Therapie, damit die Kommunikationspartner unterstützende Verhaltensweisen erlernen und eine Ansprechpartnerin in der Praxis für Logopädie haben.

Die Behandlung von Mutismus ist ein Schwerpunkt der Praxis für Logopädie Ute Cramer in Bad Sassendorf und Herzfeld. Die Behandlung erfolgt durch Frau Ute Cramer.